| Der
kleine Eichelheldbock und der seltene Mittelspecht
haben sich ausgerechnet rund um den Flughafen angesiedelt.
Beide Tiere lieben dicke, alte Eichen, die man nur
noch in den urigen Wäldern bei Frankfurt findet.
Wird der Flughafen auch dieses letzte Rückzugsgebiet
verdrängen?
„Karl der Käfer wurde
nicht gefragt, man hat ihn einfach fortgejagt...“
geht der bekannteste Song der Gruppe „Gänsehaut“
aus den 80er Jahren. Darin wird Karl beim Einrücken
von Maschinen und Äxten in seinen Wald nicht
um Erlaubnis gefragt. Und am Ende vom Lied fahren
„Metallkäfer“ dort, wo einmal Karls
Zuhause gewesen war.

Dasselbe Schicksal könnte bald
einen Käfer mit einem ungewöhnlicheren
Namen ereilen: Den Eichenheldbock. Er ist äußerst
selten und sozusagen ein „Dino-Käfer
aus längst vergangener Zeit“, erklärt
der Förster Holger Scheel. Der Revierförster
von Schwanheim weiß auch, warum seltene Lebensformen
ausgerechnet in seinem Wald erhalten geblieben sind:
Im Mittelalter wurden sehr viele Wälder abgeholzt
und erst später wieder aufgeforstet. Dabei
gingen viele Arten verloren oder mussten neu angesiedelt
werden.
Ganz anders in Frankfurt: Dieser
Wald wurde niemals abgeholzt. Er gehört schon
seit 1372 der Stadt Frankfurt, und man hat ihn gut
behandelt. Deshalb gibt es gerade hier eine sehr
vielfältige, einzigartige und schützenswerte
Tier- und Pflanzenwelt. Und darum finden sich in
dem Wald heute noch so manche „Urviehcher“.
Ein weiteres Beispiel dafür
ist der Mittelspecht, der dem Buntspecht sehr ähnlich
sieht. Der seltene Vogel hat´s schwer, denn
er baut seine Höhle in Eichen – aber
nur in weicheren Stellen dieser Bäume. Er braucht
also erstens Eichen, zweitens solche, die über
100 Jahre alt sind, und drittens Eichen, bei denen
angebrochene oder etwas faulige Stellen (sogenanntes
„Totholz“) nicht entfernt werden. |